Das Vogtländische Freilichtmuseum

Im Süden des sächsischen Vogtlands liegt in malerischer Landschaft das Vogtländische Freilichtmuseum mit seinen beiden Museumsteilen. In Landwüst bietet das Museum auf der Höhenlage des Wirtsbergs vier historische Hofanlagen mit einem Ausblick über weitere Täler, Wälder und Wiesen.

Der Museumsteil Eubabrunn lädt mit seinen drei historischen Gehöften in idyllischer Tallage an einem Bachlauf zum Genießen ein. Auf Schaufeldern sehen Sie unsere historischen Getreide- und Gemüsearten. Die Verbindung von Geschichte mit Natur und Tieren begeistert Kinder und Erwachsene.

 


Unser Selbstverständnis

Das Vogtländische Freilichtmuseum bewahrt und vermittelt in den Museumsteilen Landwüst und Eubabrunn die Geschichte des ländlichen Alltags im Oberen Vogtlands seit dem 18. Jahrhundert. Es erhält und erforscht Gebäude und Sachzeugnisse der Bewohner*innen.

Das Museum macht gemeinsam mit den Menschen der Region die einzigartige Geschichte des Vogtlands durch Ausstellungen und Kulturveranstaltungen lebendig. Es bietet in Zusammenarbeit mit Vereinen und engagierten Personen museumspädagogische Angebote für alle Altersgruppen an.

Unsere Sammlung

Die Sammlung des Museums umfasst 15 000 Sachzeugen aus der Alltags-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Das Sammlungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Vogtland, die Grenzregion zum historischen Egerland, zu Oberfranken und Thüringen sowie zum Erzgebirge. Die Gegenstände stammen aus dem 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Schwerpunkte sind landwirtschaftliche Geräte, Handwerk, Möbel, Trachten und Textilien.

 

 


DIE ENTSTEHUNG DES MUSEUMS

Walter WunderlichSeine Entstehung verdankt das Vogtländische Freilichtmuseum dem Einsatz des Landwüster LPG-Bauern Walter Wunderlich. Von staatlicher Seite wurde er in den 1950er Jahren mit dem Anlegen einer Ortschronik beauftragt. Bei seinen Recherchen wurde ihm der Wandel in der Landwirtschaft bewusst. Die Sachzeugen dieser vergehenden Zeit, die aus dem ganzen Vogtland stammten, deponierte er zuerst auf dem heimischen Dachboden. 

Ab 1961 konnten Besucher die Gegenstände in einer Heimatstube ansehen. Die Qualität der Sammlung, permanenter Platzmangel und steigendes Publikumsinteresse, aber auch Anerkennung in Fachkreisen führten dazu, dass mit Hilfe des Instituts für Denkmalpflege der Ausbau eines 1782 erbauten Fachwerkhauses mit Egerländer Giebel begann. Das bis dahin noch bewohnte Gebäude war mit Blockstube, Umschrot und vielen erhaltenen Details ideal für eine museale Nutzung geeignet. Nach einem Rückbau auf die Erbauungszeit des Hauses wurde hier am 5. Mai 1968 das „Bauernmuseum Landwüst“ eröffnet.
In den 1970er Jahren begann die Entwicklung vom Bauern- zum Freilichtmuseum mit der Erweiterung der Hofensembles sowie dem Aufbau der Dauerausstellung und des Außengeländes. Es wurden nicht nur weiter Objekte gesammelt, sondern ganze Gebäude umgesetzt. Ein Fronhaus aus Tirpersdorf (erbaut um 1800) und ein Wohnstallhaus aus Obersohl (erbaut um 1800) befinden sich heute auf dem Museumsgelände. Eine aus Möschwitz umgesetzte Scheune (erbaut um 1939) bietet den Museumsgästen eine große Veranstaltungshalle und Ausstellungen.
Weitere Wohn- und Wirtschaftsgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses von 1782 konnten an ihrem Erbauungsort erhalten und in das Museum integriert werden. Dazu gehören das Wohnstallhaus „Weller“ (erbaut 1782) und das 2010 zum Museumsgebäude ertüchtigte Wonstallhaus „Elgaß“ (erbaut um 1800). Auf diese Weise können heute originale Gebäude in gewachsenen Hofstrukturen gezeigt werden.
Rahmenbedingungen der damaligen Zeit verhinderten in Landwüst den Museumsaufbau in der ursprünglich geplanten Größe. Nach der politischen Wende 1989 erfolgte in Eubabrunn die Erweiterung des Freilichtmuseums als Neuanlage „auf der grünen Wiese“, die seit 1995 in 10 km Entfernung von Landwüst für Besucher geöffnet ist.
Der 1992 gegründete 1. Förderverein des Vogtländischen Freilichtmuseums Eubabrunn e.V., zog Eubabrunner Einwohner von Beginn an in das Vorhaben ein. Bis heute unterstützt der Förderverein das Museum maßgeblich. Es sind vor allem die größeren Veranstaltungen, die ohne deren tatkräftige Mitarbeit und anderer freiwilliger Helfer nicht möglich wären. Aber auch Veröffentlichungen, Arbeitseinsätze, Hilfe bei Ausstellungen und Baumaßnahmen sowie Spenden gehören zum Engagement des Vereins.